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Auffindbarkeit und Sichtbarkeit von Barrierefreiheit

ServicePortal berlin.de

Projektart
Publikation
Datum
18.02.2019

Barrierefreiheit lässt sich nicht von heute auf morgen umsetzen. Das wissen wir alle. Heute möchte ich einen kleinen Schritt in diese Richtung gehen und zeigen, wie man innerhalb des ServicePortals der Berliner Verwaltung für mehr Barrierefreiheit sorgen kann. Es gibt zwei konkrete Lösungsvorschläge, die sich auf Barrierefreiheit bei der Terminvergabe und auf die Sichtbarkeit des Bürgertelefon für Gebärdensprache beziehen.

Eben diese Schlüsselbegriffe „Auffindbarkeit“ und „Sichtbarkeit“ sind in Bezug auf Barrierefreiheit sehr wichtig, da jede Bürger*innen die Angebote und Informationen ohne Mühe finden sollte. Ausschlaggebend ist, dass diese Elemente einen wirklichen Mehrwert bieten und die Suche auf der Homepage nicht zusätzlich erschweren.

Ein leichter Zugang zu Angeboten, gestützt durch innovative Lösungen, macht das Leben sicherer und komfortabler. Der Fokus sollte dabei auf die Accessibility gelegt werden, um die Interaktionen so einfach wie möglich zu machen. Innerhalb der Gesellschaft lässt sich so die Vernetzung aller Bürger*innen vorantreiben und bietet eine große Chance für eine barrierefreie Zukunft.

Bei der Untersuchung der Berliner Behörden auf berlin.de fiel auf, dass sich die Auffindbarkeit der Online-Terminvereinbarung optimieren lässt. Zum einen geht es darum, Informationen zur Barrierefreiheit der einzelnen Ämter und deren Gebäude, die bereits vorhanden sind, bei der Terminvergabe direkt anzuzeigen.

(Ist-Zustand)
(Ist-Zustand)

Die aktuelle Ansicht der Website www.berlin.de zeigt, wie eine Online-Terminvereinbarung bei Berliner Behörden derzeit aussieht. Momentan gibt es an dieser Stelle keine Informationen zur Barrierefreiheit der Gebäude. Die Bürgerinnen müssen selbst recherchieren, in welchen Bürgerämtern Barrierefreiheit gegeben ist – eine zusätzlich Erschwernis. Durch Hinzufügen eines Filters zum Thema Barrierefreiheit soll den Bürgerinnen die Auswahl eines geeigneten Bürgeramts erleichtert werden.

(Lösungsvorschlag)
(Lösungsvorschlag)

Unser Lösungsvorschlag, Verwaltungsgebäude präzise auf ihre Barrierefreiheit zu durchsuchen, ist eine neue zusätzliche Filteroption in der Auswahl der Terminvergabe. Mit Hilfe eines Dropdowns könnten somit Hinweise zu Barrierefreiheit eingebettet werden. Zusätzlich zur Filteroption könnten die Angaben zur Barrierefreiheit auch in der Auflistung direkt angezeigt werden.

In der Auflistung wird übersichtlich erklärt, was sich hinter den einzelnen Piktogrammen verbirgt. Anhand dieser koennen die Bürger*innen erkennen, welche barrierefreien Möglichkeiten die Dienstgebäude aufweisen.

(Piktogramme zur Barrierefreiheit)
(Piktogramme zur Barrierefreiheit)

Bürgertelefon in Gebärdensprache

Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit über das Bürgertelefon 115 umfassende Informationen der Berliner Ämter einzuholen – in Lautsprache. Wie können hörbehinderte Menschen barrierefrei mit Ämtern in Kontakt treten? Zur Verbesserung der barrierefreien Kommunikation für gehörlose Menschen möchten wir ein barrierefreies Tool vorstellen.

(Ist-Zustand)
(Ist-Zustand)

Es gibt SQAT (Sign Question and Answer Tool), einen Dienst eines Übersetzungsbüros, welches einen Übersetzungsservice zwischen Schriftsprache und Gebärdensprache für hörbehinderte Nutzerinnen anbietet. Mit SQAT haben hörbehinderte Nutzerinnen der Website die Möglichkeit mit den Berliner Bürgerämtern ohne Barrieren zu kommunizieren.

Hier gibt es Übersetzungsservice SQAT bereits: Antidiskriminierungsstelle.

(Übersetzungsservice SQAT)
(Übersetzungsservice SQAT)

Bisher wird das SQAT u.a. von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen und dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, DHL und Teekampagne angeboten.

(2. Lösungsvorschlag)
(2. Lösungsvorschlag)

Unser Lösungsvorschlag für den Kontakt in Gebärdensprache ist die Einbettung von SQAT. Die Webseiten der Ämter müssten nur mit einem Button ausgestattet werden, der auf den SQAT-Service hinweist und so in wenigen Schritten eine Anfrage in Gebärdensprache möglich macht. Eine Registrierung ist nicht nötig, da der Button den User direkt mit dem Anbieter der Webseite verbindet.

Die hörbehinderten Bürger*innen können in ihrer eigenen Sprache, der Deutschen Gebärdensprache (DGS), mit den Betreibern der Website ohne Barrieren kommunizieren. Das Video wird vom Nutzer in DGS per Webcam aufgezeichnet, um dann in eine Textnachricht von SQAT übersetzt zu werden.

(Kontakt in Gebärdensprache mit SQAT)
(Kontakt in Gebärdensprache mit SQAT)

Aktuell läuft verwaltungsintern die Prüfung, in wie weit ein solches Tool implementiert werden kann.