Offene Daten

Breitband Berlin 2017

Sebastian Meier (@seb_meier) | 15/03/2018

In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und dem TÜV Rheinland hat die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Ende 2017 zum ersten Mal Daten zur Breitbandversorgung unter einer offenen Lizenz zur Verfügung gestellt. Das Land verfolgt hier beispielhaft die Open-by-Default Strategie, mit der zukünftig über Dritte eingeworbene Daten (soweit nicht mit Personenbezug) direkt bereitgestellt werden. Die Daten auf Ebene der Berliner LORs aufgelöst und stehen bis auf Planungsraumebene bereit zur Nutzung. Bisherige Erhebungen basierten noch nicht auf dem statistischen Standard und wurden für die Berliner Ortsteile erhoben. Deshalb kommt es leider beim Vergleich mit den historischen Daten zu Ungenauigkeiten.

Entwicklung des Breitbandausbaus

Seit 7 Jahren erhebt die Berliner Senatsverwaltung Daten zum Breitbandausbau auf Ortsteilebene/LOR-Ebene. Die Daten zeigen, dass Teile Ostberlins noch 2011 massiv unterversorgt waren. Inzwischen holt der Osten auf, auch das bisherige Schlusslicht, der Bezirk Pankow.

2011 - 2017

Für normales Surfen im Internet und die meisten anderen webbasierten Anwendungen sind 16 Mbit/s-Anbindungen ausreichend.

50 Mbit/s Anbindungen erlauben darüber hinaus das Nutzen von neuen HD-Streaming Diensten und professionellen Anwendungen.

16Mbit/s
50Mbit/s

Prozentuale Verfügbarkeit für private Anwender*innen
Bezirke im Detail

Prozentuale Verfügbarkeit von
16Mbit | 50Mbit für private Anwender*innen

Die erhobenen Daten unterscheiden zwischen geschäftlichen und privaten Anschlüssen. Bei den geschäftlichen Anschlüssen, besonders in Mitte, ist der Ausbau von schnellem Breitband bereits sehr weit vorangeschritten.

Nutzergrupppe
Technologie
Geschwindigkeit

Prozentuale Verfügbarkeit

Eine Analyse der räumlichen Informationen zum Breitbandausbau fördern verschiedene Muster zu Tage. Während früher noch ein starker Unterschied zwischen Ost- und Westberlin vorlag, ist dieses Muster nun nicht mehr erkennbar. Sowohl der ehemalige Ostteil als auch der Westen weisen eine ähnliche Verteilung von gut und schlecht versorgten Bereichen auf. Sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich ist Mitte besser versorgt als die äußeren Bereiche Berlins. Ebenso gibt es eine sehr schwache Korrelation zwischen der Priorisierung von stärker besiedelten Gebieten.
Schwarze Linie zeigt den Trend auf.

Private Anschlüsse, sortiert nach Abstand zur Berliner Mitte
Von links im Zentrum nach rechts am Rande Berlins

100 Mbit/s

50 Mbit/s

16 Mbit/s

Private Anschlüsse, sortiert ehem. Ost-Berlin, Grenzbereich und West-Berlin

100 Mbit/s

50 Mbit/s

16 Mbit/s

Private Anschlüsse, sortiert nach Einwohnerzahl
Von links wenig Einwohner nach rechts viele Einwohner

100 Mbit/s

50 Mbit/s

16 Mbit/s

Geschäftliche Anschlüsse, sortiert nach Abstand zur Berliner Mitte
Von links im Zentrum nach rechts am Rande Berlins

100 Mbit/s

50 Mbit/s

10 Mbit/s

Geschäftliche Anschlüsse, sortiert ehem. Ost-Berlin, Grenzbereich und West-Berlin

100 Mbit/s

50 Mbit/s

10 Mbit/s

Geschäftliche Anschlüsse, sortiert nach Einwohnerzahl
Von links wenig Einwohner nach rechts viele Einwohner

100 Mbit/s

50 Mbit/s

10 Mbit/s

Der schwache Ausbau in den Berliner Randbezirken macht sich vor allem in dicht besiedelten Gebieten bemerkbar. Obwohl Pankow prozentual aufgeschlossen hat, trifft die immer noch nicht ausreichende Versorgung in Berlins einwohnerstärkstem Bezirk die meisten Personen. Ähnlich sieht es in Treptow-Köpenick und Lichtenberg aus.

Zur Berechnung der Betroffenheit wurden die Einwohnerzahlen mit der prozentualen Versorgung verschnitten. Hierbei ist zu beachten, dass dies nicht 100% korrekt ist, da keine Daten auf Hausebene vorliegen. Somit kann es sein, dass die realen Ergebnisse von den hier aufgezeigten Zahlen abweichen. Die Zahlen sind somit als grobe Trends zu verstehen.

16 Mbit/s50 Mbit/s100 Mbit/s
Betroffene Einwohner*innen | Prozentuale Unterversorgung
Sebastian Meier

Über den Autor

Sebastian Meier

Sebastian Meier ist Data Scientist bei der Technologiestiftung Berlin. Er studierte Kommunikations-, Interface-Design und promovierte im Bereich der Geoinformatik an der Uni Potsdam. Der Fokus von Sebastians Arbeit liegt auf der Analyse und Visualisierung räumlicher Daten, sowie menschzentrierter Perspektiven bei der Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen.